Der ProzessVon der Idee zum Bau
Die Planungen der Neubaustrecke Dresden – Prag haben begonnen. Wir, die DB InfraGO AG und Správa železnic, erarbeiten Schritt für Schritt die beste Lösung. Werfen Sie einen Blick auf den Planungsprozess.
Im Video erklären Ihnen unsere Ingenieur:innen, BIM-Planer:innen und Umwelt-Expert:innen die Planungsarbeiten zur Neubaustrecke Dresden – Prag.
Der Planungsprozess in Deutschland und Tschechien
Den Grundstein für neue Verkehrswege legt der Bundesverkehrswegeplan (BVWP), eine Art „Masterplan“ des Bundes für den zukünftigen Ausbau der Straßen-, Schienen- und Wasserwege. Der Streckenneubau ist seit 2017 im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen. 2018 wurde der Planungsauftrag an die Deutsche Bahn übergeben. Der Untersuchungsraum bildet die Grundlage für die Sammlung von Streckenvarianten.
Tschechien: Entstehungsphase
In dieser Phase wurde in verschiedenen Studien (räumlich-technische Studie, technisch-betriebliche Studie, Entwicklungsprogramm „Schnelle Verbindungen“) untersucht, ob der Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken notwendig ist. Das 2017 verabschiedete Entwicklungsprogramm „Fast Connections“ diente als konzeptionelle Grundlage für die Entscheidung der Regierung, ob und unter welchen Bedingungen die Tschechische Republik die Vorbereitung, den anschließenden Bau und den Betrieb eines umfassenden Hochgeschwindigkeitssystems vorantreiben sollte.
Den Grundstein für neue Verkehrswege legt der Bundesverkehrswegeplan (BVWP), eine Art „Masterplan“ des Bundes für den zukünftigen Ausbau der Straßen-, Schienen- und Wasserwege. Der Streckenneubau ist seit 2017 im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen. 2018 wurde der Planungsauftrag an die Deutsche Bahn übergeben. Der Untersuchungsraum bildet die Grundlage für die Sammlung von Streckenvarianten.
Tschechien: Entstehungsphase
In dieser Phase wurde in verschiedenen Studien (räumlich-technische Studie, technisch-betriebliche Studie, Entwicklungsprogramm „Schnelle Verbindungen“) untersucht, ob der Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken notwendig ist. Das 2017 verabschiedete Entwicklungsprogramm „Fast Connections“ diente als konzeptionelle Grundlage für die Entscheidung der Regierung, ob und unter welchen Bedingungen die Tschechische Republik die Vorbereitung, den anschließenden Bau und den Betrieb eines umfassenden Hochgeschwindigkeitssystems vorantreiben sollte.
Innerhalb des in der Grundlagenermittlung ermittelten Tunnelkorridors wurden sieben in Betracht kommende Varianten für das Raumordnungsverfahren 2019 gesammelt: die Varianten A, B, C (Volltunnel-Varianten) sowie D, E, F, G (Varianten mit teilweise oberirdischer Streckenführung). Die konkrete Trassenführung der möglichen Varianten ergab sich aus Planungsrechnungen, geologischen Untersuchungen, Umweltauflagen und Studien.
Die Landesdirektion Sachsen bestätigt die Raumverträglichkeit 2020 mit Maßgaben für folgende zwei Varianten: den Volltunnel-Korridor und den Teiltunnel-Korridor, Variante G. 2023 gab die Deutsche Bahn dann die Vorzugsvariante bekannt. Diese geht im Rahmen der Parlamentarischen Befassung an den Deutschen Bundestag.
Tschechien: Machbarkeitsstudie
Die Machbarkeitsstudie für die Abschnitte der Verbindung RS 4 von Dresden nach Prag wurde von der Zentralkommission des Verkehrsministeriums im Dezember 2020 genehmigt. Die Studie untersuchte die Möglichkeiten der Hochgeschwindigkeitsstrecke, bewertete die Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb, die grundlegende technische Lösung, die mögliche Durchquerung von Gebieten und die Auswirkungen des Baus auf die Umwelt.
Innerhalb des in der Grundlagenermittlung ermittelten Tunnelkorridors wurden sieben in Betracht kommende Varianten für das Raumordnungsverfahren 2019 gesammelt: die Varianten A, B, C (Volltunnel-Varianten) sowie D, E, F, G (Varianten mit teilweise oberirdischer Streckenführung). Die konkrete Trassenführung der möglichen Varianten ergab sich aus Planungsrechnungen, geologischen Untersuchungen, Umweltauflagen und Studien.
Die Landesdirektion Sachsen bestätigt die Raumverträglichkeit 2020 mit Maßgaben für folgende zwei Varianten: den Volltunnel-Korridor und den Teiltunnel-Korridor, Variante G. 2023 gab die Deutsche Bahn dann die Vorzugsvariante bekannt. Diese geht im Rahmen der Parlamentarischen Befassung an den Deutschen Bundestag.
Tschechien: Machbarkeitsstudie
Die Machbarkeitsstudie für die Abschnitte der Verbindung RS 4 von Dresden nach Prag wurde von der Zentralkommission des Verkehrsministeriums im Dezember 2020 genehmigt. Die Studie untersuchte die Möglichkeiten der Hochgeschwindigkeitsstrecke, bewertete die Wirtschaftlichkeit von Bau und Betrieb, die grundlegende technische Lösung, die mögliche Durchquerung von Gebieten und die Auswirkungen des Baus auf die Umwelt.
In der Entwurfsplanung wird die Vorzugsvariante im Detail geplant und die Kosten der Strecke konkret berechnet. Während die Vorplanung das „Was“ geklärt hat, lautet die nächste Frage „Wie“. In dieser Phase wird die Trassenplanung detaillierter und konkreter. In der Genehmigungsplanung bereiten wir die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vor und reichen sie beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ein. Das Eisenbahn-Bundesamt leitet das Planfeststellungsverfahren ein, sichert die Möglichkeit der Beteiligung durch Einwendungen und ein Anhörungsverfahren und erlässt nach Abwägung aller Belange einen Planfeststellungsbeschluss – sozusagen eine Baugenehmigung.
Tschechien: Genehmigungsplanung
Das neue Baugesetz hat die beiden Verfahrensschritte – Raumordnungsverfahren (inkl. Umweltverträglichkeitsprüfung) und Genehmigungsverfahren – ab 2024 zu einem Bewilligungsverfahren mit Teilmeilensteinen (Raumordnungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfung) zusammengeführt.
Raumordnungsverfahren
Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie ist ein Gebietsstreifen (Korridor) als Grundlage für die Aktualisierung der regionalen Raumordnungsunterlagen (aZÚR), die vom Regionalrat nach einer öffentlichen Anhörung genehmigt wird. Im Rahmen dieser Aktualisierung wird auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung des Konzepts erstellt.
Umweltverträglichkeitsprüfung
Das Ergebnis dieses Schritts ist die Dokumentation der Umweltauswirkungen eines bestimmten Bauwerks (die so genannte UVP) – in diesem Fall der Verbindung RS 4 von Dresden nach Prag. Es wird nicht nur die technische Lösung, sondern auch die Organisation des Baus berücksichtigt. Im Rahmen dieses Verfahrens bittet das Umweltministerium die lokalen Behörden und staatlichen Stellen um eine Stellungnahme zu den eingereichten Unterlagen.
In der Entwurfsplanung wird die Vorzugsvariante im Detail geplant und die Kosten der Strecke konkret berechnet. Während die Vorplanung das „Was“ geklärt hat, lautet die nächste Frage „Wie“. In dieser Phase wird die Trassenplanung detaillierter und konkreter. In der Genehmigungsplanung bereiten wir die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vor und reichen sie beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ein. Das Eisenbahn-Bundesamt leitet das Planfeststellungsverfahren ein, sichert die Möglichkeit der Beteiligung durch Einwendungen und ein Anhörungsverfahren und erlässt nach Abwägung aller Belange einen Planfeststellungsbeschluss – sozusagen eine Baugenehmigung.
Tschechien: Genehmigungsplanung
Das neue Baugesetz hat die beiden Verfahrensschritte – Raumordnungsverfahren (inkl. Umweltverträglichkeitsprüfung) und Genehmigungsverfahren – ab 2024 zu einem Bewilligungsverfahren mit Teilmeilensteinen (Raumordnungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfung) zusammengeführt.
Raumordnungsverfahren
Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie ist ein Gebietsstreifen (Korridor) als Grundlage für die Aktualisierung der regionalen Raumordnungsunterlagen (aZÚR), die vom Regionalrat nach einer öffentlichen Anhörung genehmigt wird. Im Rahmen dieser Aktualisierung wird auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung des Konzepts erstellt.
Umweltverträglichkeitsprüfung
Das Ergebnis dieses Schritts ist die Dokumentation der Umweltauswirkungen eines bestimmten Bauwerks (die so genannte UVP) – in diesem Fall der Verbindung RS 4 von Dresden nach Prag. Es wird nicht nur die technische Lösung, sondern auch die Organisation des Baus berücksichtigt. Im Rahmen dieses Verfahrens bittet das Umweltministerium die lokalen Behörden und staatlichen Stellen um eine Stellungnahme zu den eingereichten Unterlagen.
Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, kann der nächste Planungsschritt beginnen: Die Ausführungsplanung. Hier werden unter anderem die eigentlichen Baupläne für alle Fachgewerke erstellt und die Details des Bauablaufs geplant, die – aufgrund der Größe des Vorhabens – meist einen sehr hohen Koordinationsaufwand mit sich bringen. Die Unterlagen enthalten alle Informationen, die für die Durchführung des Bauvorhabens benötigt werden.
Seit Januar 2024 ist die Behörde für den Bau von Verkehrs- und Energieinfrastrukturen (DESÚ) eingerichtet, die Teil des Verkehrsministeriums ist. DESÚ ist eine neue Sonderbehörde, die wichtige Verkehrs- und Energieinfrastrukturprojekte genehmigt. Die Behörde wird eine sogenannte Planungsgenehmigung erteilen, die alle erforderlichen Genehmigungen durch einen Stempel ersetzt. Für die Genehmigung des Erzgebirgstunnels ist ein Präsidialvertrag zwischen den beiden Ländern erforderlich, in dem festgelegt wird, wer die Genehmigung für diesen Streckenabschnitt erteilt.
Seit Januar 2024 ist die Behörde für den Bau von Verkehrs- und Energieinfrastrukturen (DESÚ) eingerichtet, die Teil des Verkehrsministeriums ist. DESÚ ist eine neue Sonderbehörde, die wichtige Verkehrs- und Energieinfrastrukturprojekte genehmigt. Die Behörde wird eine sogenannte Planungsgenehmigung erteilen, die alle erforderlichen Genehmigungen durch einen Stempel ersetzt. Für die Genehmigung des Erzgebirgstunnels ist ein Präsidialvertrag zwischen den beiden Ländern erforderlich, in dem festgelegt wird, wer die Genehmigung für diesen Streckenabschnitt erteilt.
Der Bau der Strecke Dresden – Prag beginnt mit dem symbolischen ersten Spatenstich. Das Material für das Gleisbett und die Schienenführung wird produziert, geliefert und installiert. Um Staub, Lärm und Beeinträchtigungen des öffentlichen Straßenverkehrs so gering wie möglich zu halten, wird ein maßgeschneidertes Baulogistikkonzept umgesetzt. Dieses Konzept wurde bereits in den vorangegangenen Planungsphasen entworfen. Nach Abschluss der Bauarbeiten findet eine Abnahme der Strecke statt.
Gemeinsamer Planungsbereich: zwei Hauptvarianten für den Erzgebirgstunnel
Der Abschnitt zwischen Heidenau und Ústí nad Labem ist unser gemeinsamer Planungsraum, hier arbeiten DB und Správa železnic gemeinsam am Streckenverlauf. In der Vorplanung haben wir zwei Hauptvarianten entwickelt. Eine Volltunnelvariante mit Überholbahnhof in Heidenau, einer Entwurfsgeschwindigkeit von 200 km/h und zwei- oder viergleisiger Einbindung vor dem Erzgebirgstunnel sowie eine Teiltunnelvariante mit Überholbahnhof in Goes, einer Endgeschwindigkeit von 160/200 km/h und der Talbrücke Seidwitztal.
Die Eisenbahnbetriebsuntersuchung (EBWU) hat gezeigt, dass eine Volltunnelvariante mit zweigleisiger Einbindung in den Tunnel eine optimale Betriebsqualität bietet. Daher wurde die Volltunnelvariante mit einer viergleisigen Einbindung in den Tunnel, die mit größeren Eingriffen in Schutzgüter verbunden wäre, nicht weiter verfolgt.
Der Variantenvergleich fand daher nun zwischen den beiden Varianten Teiltunnel und Volltunnel mit zweigleisiger Einbindung in den Tunnel statt. Der Kriterienkatalog wurde gemeinsam mit Teilnehmer:innen des Dialogforums erarbeitet. Die Themen Umwelt, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit werden darin zu je einem Drittel gewichtet. Auf Grundlage des Kriterienkatalogs fiel die Entscheidung für die Volltunnelvariante.
Überblick über die Meilensteine
Für die neue Bahnstrecke Prag – Dresden wurden folgende Meilensteine gesetzt bzw. bereits erreicht:
- 2017 – 2020: Machbarkeitsstudien wurden durchgeführt.
- Dezember 2019: DB AG und Správa železnic unterzeichnen den Planungsvertrag für die Neubaustrecke Dresden – Prag.
- September 2021: Deutsche Bahn und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) unterzeichnen eine Absichtserklärung für die Neubaustrecke Dresden – Prag.
- Sommer 2022: Beginn der Fortschreibung der regionalen Raumordnungsdokumentation (Region Ústecký) – Verankerung des Korridors auf tschechischer Seite.
- November 2022: Vorstellung von zwei Optionen (auf deutschem Gebiet) für den Eisenbahntunnel zwischen Heidenau und dem tschechischen Verkehrsknotenpunkt Ústí nad Labem.
- Januar 2023: Fertigstellung des Infrastrukturkriterienkatalogs (deutsche Seite).
- Juni 2024: In der Region Ústí nad Labem ist die Aktualisierung des Raumordnungsverfahrens genehmigt, das sich mit der Ausweisung des Korridors beschäftigt.
- Ende 2024: Fertigstellung der Vorplanung für die Trasse und Einreichung der Vorzugsvariante beim Deutschen Bundestag.
- Ende 2024: Beginn des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung auf tschechischer Seite für die ausgewählte Variante.
- Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, kann mit dem Bau begonnen werden.
Ein Genehmigungsverfahren für zwei Länder
Expert:innen aus beiden Ländern arbeiten bei diesem Projekt eng zusammen. Das Genehmigungsverfahren führt jedes der beiden Länder dennoch separat durch. Anfang 2024 wurde das tschechische Baugesetz geändert, wodurch das Genehmigungsverfahren verkürzt und dem deutschen Verfahren angenähert wird.
Grenzüberschreitende Ausschreibungen und Vergaben
Im Dezember 2019 haben Správa železnic und die DB Netz AG sowie die DB Energie GmbH die Planungsvereinbarung zur Zusammenarbeit im gemeinsamen Planungsraum der Neubaustrecke Dresden – Prag abgeschlossen. Der gemeinsame Planungsraum verläuft vom Einbindepunkt in Heidenau durch das Herzstück des Projekts, den Erzgebirgstunnel, bis zum Ausbindepunkt an der tschechischen Grenze im Raum Chabařovice.
Im Mai 2020 und in überarbeiteter Form Ende August 2020 wurde eine erste gemeinsame Ausschreibung für die Projektleitung zwischen Heidenau und Ústí nad Labem veröffentlicht. Im Januar 2021 wurde der Auftrag im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens an eine Bietergemeinschaft „Projektsteuerung NBS Dresden – Prag“ unter der Leitung der Firmen Vössing Ingenieurgesellschaft mbH und Schüßler-Plan GmbH vergeben. Eine Arbeitsgemeinschaft mehrerer Büros unter dem Namen INGENIEURGEMEINSCHAFT PA2 Erzgebirgstunnel wurde zu den Hauptplaner:innen für die Phase LPH 1-2. Die Planer:innen nutzen die BIM-Methodik (Building Information Modelling), da die Entwürfe transparenter und besser zugänglich sind.