Dienstag, 11.11.2025
Großes Interesse an der Paneldiskussion zur Ausstellung „Eisenbahnneubaustrecke Dresden – Prag“ in Prag
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Prag fand am 6. November 2025 eine Paneldiskussion zur Zukunft der Eisenbahnneubaustrecke Dresden – Prag statt.
Fachleute und Vertreter:innen beider Länder diskutierten über Fortschritte, Herausforderungen und Chancen dieses außergewöhnlichen Infrastrukturprojekts, das Deutschland und Tschechien enger miteinander verbinden soll.

Unter der Moderation von Rudolf Heidu (ČVUT Prag) nahmen Barbara Meyer (Staatssekretärin, SMILE), Jindřich Kušnír (Verkehrsministerium der Tschechischen Republik), Kay Müller (Projektleiter DB InfraGO), Kateřina Kosíková (Feuerwehr- und Rettungswesen Bezirk Ústí nad Labem) sowie Jiří Aster (Wirtschaftskammerunion Elbe–Oder) teil.
Politischer Rückenwind und europäische Perspektive
In ihrem Beitrag machte Barbara Meyer deutlich, dass Sachsen – gemeinsam mit Tschechien – treibende Kraft des Projekts ist. Die Staatssekretärin betonte, dass die Vorplanung für den rund 30 Kilometer langen Erzgebirgstunnel abgeschlossen sei und nun die nächste Planungsphase anstehe. „Wir stehen auf der Schwelle zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung und wollen diese Hürde entschlossen nehmen“, sagte Meyer. Sachsen engagiere sich sowohl politisch als auch auf europäischer Ebene, um den Fortgang des Projekts zu sichern. Besonders erfreulich sei, dass die EU-Kommission das Vorhaben als Leuchtturmprojekt sehe und eine umfangreiche Förderung in Aussicht gestellt habe.

Technische Pionierarbeit unter Hochdruck
Kay Müller, Projektleiter bei DB InfraGO, gab spannende Einblicke in die praktische Arbeit seines Teams. Nach erfolgreichem Abschluss der Vorplanung konzentriere man sich nun auf die Vorbereitung der europaweiten Ausschreibungen für die nächsten Planungsphasen. „Ein solches Großprojekt erfordert Präzision und Teamgeist auf höchstem Niveau, über Grenzen hinweg“, so Müller. Sein Team arbeite intensiv an der Baubetriebsplanung, der technischen Koordination und der Auswahl leistungsfähiger Ingenieurbüros. Der Zeitplan sei ehrgeizig: Bis 2034 soll möglichst viel erreicht sein, um von der neuen EU-Förderperiode optimal zu profitieren.
Gemeinsam über Grenzen hinweg
Auch die weiteren Panelteilnehmenden unterstrichen die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in Politik, Planung und Katastrophenschutz. Kateřina Kosíková hob die besondere Herausforderung für Feuerwehr und Rettungswesen hervor, während Jiří Aster auf die Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung Nordböhmens verwies.
Zum Abschluss wurde engagiert über den Fortgang des Projekts diskutiert. Einigkeit bestand darin, dass die Eisenbahnneubaustrecke Dresden – Prag nicht nur ein Bauprojekt, sondern ein Symbol für europäische Zusammenarbeit, nachhaltige Mobilität und regionale Entwicklung ist.
